ein paar Zitate

Wie bewahrt man einen Regentropfen vor dem Austrocknen? Man wirft ihn in den Ozean.

Film Samsara

 

 

Ein Schüler kam zu Meister Chao-Chu und fragte:" Meister, ich bin gerade in diesem Kloster angekommen. würden sie mir bitte, Anleitungen für meinen Weg geben, mich belehren?"

Der Meister antwortete: "Hast du schon Frühstück gehabt?"

"Ja, Herr, das hatte ich".

"Dann wasche jetzt das Geschirr ab!"

Als Ergebnis dieser Bemerkung, so wird in den alten Schriften berichtet, erlangte der Schüler eine tiefgehende Erleuchtung über die wahre Bedeutung von Zen.

Alte Zen-Geschichte

 

 

Eine Praxis, die unaufhörlich das Ziel Erleuchtung verfolgt, sagt eigentlich zum Leben „Dies ist es nicht“, jeden Moment, einen nach dem anderen. Unser Geist, der in diesem Streben - oft sogar unter dem Deckmantel von Sehnsucht - gefangen ist, manifestiert immer wieder von Neuem genau den Dualismus, von dem er behauptet, ihn so verzweifelt überwinden zu wollen.

Barry Magid

 

Es wird Frühling

 

Die Sonne lacht

hält Schnee

in ihren Armen

Die Erde beginnt

Zu atmen 

 Luisa Famos

 

 

Warte auf die Bahn als ob Warten dein ganzes Leben wäre, deine ganze Praxis. Warte so als ob dein Umgang mit den anderen auf dem Bahnsteig der einzige Ausdruck deines Charakters wäre.

Zunächst, wenn wir diesen kleinen Trick auf uns anwenden, denken wir wahrscheinlich, dass wäre ein so ein Spielzeug, ein Kniff, der uns hilft im Moment zu verbleiben, dadurch dass wir uns vormachen, das wäre der einzige Moment, den es gäbe.

Aber - genaugenommen - in welcher Situation machen wir uns eigentlich mehr vor:

- dann wenn wir denken, das dies alles ist ?

- oder wenn wir finden, dass dieser Moment eigentlich nicht wirklich wichtig ist und unser Leben woanders stattfindet?

Barry Magid

 

 

Erleuchtung bedeutet, einfach das, was wir tun, ganz zu tun, und auf das zu reagieren, was sich uns darbietet. In der modernen Sprache heißt das «im Fluß sein». Freude ist eben dies: Etwas geschieht; ich nehme es wahr. Etwas ist notwendig, und ich tue es; und dann das nächste und das nächste.

Joko Beck

 

 

Wir glauben, wir könnten unserem Leiden entrinnen, es ignorieren oder wegdenken oder jemand anderen dazu überreden, es uns zu nehmen. Wir glauben, nicht dazu bestimmt zu sein, den Schmerz unseres Lebens auf uns zu nehmen. Das Traurige dabei ist, dass wir, solange wir ausweichen wollen, uns selbst vom Wunder des Lebens und vom Wunder dessen, was wir sind, ausschließen.

Joko Beck

 

 

„Lausche mein Herz auf das Flüstern der Welt, womit sie um deine Liebe wirbt. Öffne deine Türen und erkenne die Musik des Glücks, die in allen Dingen schwingt.“

Rabindranath Tagore

 

 

Meditation hat mein Leben so verändert, dass es harmonischer, befriedigender, freudiger und vielleicht auch nutzvoller ist. Aber - ich denke eigentlich nicht in diesen Begriffen . Ich wache am Morgen nicht auf und denke als erstes, dass ich heute nutzvoll/hilfreich für andere sein werde. Ich denke darüber nach, was ich heute zum Frühstück haben werde.

.."mit wem möchtest du denn teilen?" -

Mit niemanden. ich lebe einfach mein Leben. Ich renne doch nicht herum mit dem Wunsch, etwas teilen zu müssen. Das ist extra. Da ist dann eine gewisse Frömmigkeit, die dann in die Praxis hineinkriecht. "...Ich habe diese wundervolle Praxis, ich muss sie mit allen teilen".... Da ist ein Irrtum drin: du wirst das sicher selbst herausfinden.

Joko Beck 

 

 

 

An einigen Vormittagen, so wie heute, ist es eigentlich eine Schande, etwas über unsere Praxis sagen zu wollen. Einfach so zusammen zu sitzen, wie wir es tun, ist eine perfekte Verkörperung dessen, wer wir und wie wir sind.

Alle Worte, die ich noch hinzufügen könnte, sind im Grunde überflüssig.
Nur, das ist nicht an jedem Morgen für alle von uns so. Es scheint so unvermeidlich, dass wir 
beginnen darüber nachzudenken, was gut lief, was nicht so gut lief in der vergangenen Praxis-Phase, und was wir tun könnten, um wieder zurück auf die Spur zu finden.
Nur - in dem Moment, indem wir so denken, haben wir unsere Praxis verdreht: in ein Problem, in eine Technik, etwas das wir gut oder schlecht tun können.
Aber wirklich, Praxis ist kein Problem, das gelöst werden muss oder eine Technik, die irgendwie perfektioniert werden muss.
Wir sitzen einfach. Und diese Art zu sitzen schliesst alles, das auftaucht, mit ein, sogar die Gedanken darüber, ob es gut oder schlecht läuft. Gedanken, die kommen und gehen, das was Gedanken eben so tun.
Ich sage "wir sitzen einfach nur ", aber leider ist dieser Ausdruck schon ein neues Clichè geworden, dem wir zwar irgendwie zustimmen, ohne aber wirklich genauer zu untersuchen, was das im Einzelnen in unserem Leben bedeutet.
So, als kleine Übung, bitte lasst euch auf folgendes kleines Gedanken- Experiment ein:
erinnere dich bitte an die gerade abgeschlossene Sitz-Periode und wie es gelaufen ist.
Was, denkst du, lief in dieser Phase gut, was nicht? Was mochtest du, was nicht in dieser vergangenen halben Praxis-Stunde?
Jetzt, wie wäre es, wenn ich sagen würde, dass von heute an für den Rest deines Praxis-Lebens, vielleicht die nächsten 10/20/30 Jahre, jedes einzelne Sitzen genauso sein wird, wie die gerade abgelaufene Praxis-Periode...
Der gleiche Mix aus Klarheit und Verwirrung, Wohl- und Unwohlfühlen, Gefühlen von innerer Gewissheit, richtig unterwegs zu sein, genauso wie Stimmungen der Entmutigung.
Nicht mehr, und auch nicht weniger.
Wie würde es dir damit gehen?
Würdest du weiterhin sitzen, so als ob es das schon sei? Als ob es keinen weiteren Fortschritt gäbe, du nichts anderes mehr erreichen wirst, als genau das.
Was würde das mit deiner Motivation, zu sitzen, machen?
Wir sagen ja gerne, das wir einfach nur sitzen, ohne jegliche Idee, etwas damit erreichen zu wollen. Doch, wie würdest du dich wirklich fühlen, wenn es das, genau das schon wäre?

 

Barry Magid